IV. Asymmetrische Kryptographie

1. Nachteile des Schlüsseltauschs nach Diffie-Hellman

Die bisher betrachteten Verschlüsselungsverfahren waren alle symmetrisch: für die Verschlüsselung wird derselbe Schlüssel verwendet wie für die Entschlüsselung. Es ist deshalb entscheidend, dass dieser Schlüssel nur Alice und Bob bekannt ist und dass Eve nicht die Möglichkeit erhält, den Schlüssel herauszufinden.

Mit der Methode von Diffie-Hellman haben wir eine Methode kennengelernt, wie Alice und Bob einen Schlüssel erstellen können, ohne dass es Eve möglich ist, diesen Schlüssel herauszufinden.

Das Schlüsseltauschverfahren hatte gewisse Nachteile

2. Idee von Whitefield Diffie zur asymmetrischen Verschlüsselung

Whitefield Diffie hatte eine Idee, wie man von der symmetrischen Verschlüsselung wegkommen könnte und formulierte die Idee der asymmetrischen Verschlüsselung, welche die moderne Kryptografie revolutionieren sollte. Auch hier gibt es Gedankenexperimente, welche die Grundlage für spätere mathematische Verschlüsselungen bildeten:

Angenommen Alice hat einen Koffer und ein Schloss mit einem passenden Schlüssel. Bob hat seinerseits einen Koffer, ein Schloss und einen passenden Schlüssel. Wie können sie sicher eine Meldung austauschen?

Vor allem das zweite Gedankenexperiment zeigt das Prinzip der asymmetrischen Verschlüsselung auf: Für die Verschlüsselung wird nicht derselbe Schlüssel verwendet wie für die Entschlüsselung.

Asymmetrische Verschlüsseung

Bei der Asymmetrischen Verschlüsselung gibt es einen öffentlichen Schlüssel, mit welchem Nachrichten verschlüsselt werden können, und einen privaten Schlüssel, mit dem verschlüsselte Nachrichten wieder entschlüsselt werden können. Mithilfe des öffentlichen Schlüssels kann weder die Nachricht entschlüsselt, noch der private Schlüssel herausgefunden werden.

Das aktuell am häufigsten eingesetzte asymmetrische Verschlüsselungsverfahren ist das RSA-Verfahren, welches darauf beruht, dass man sehr einfach zwei sehr grosse Primzahlen multiplizieren kann, dass es aber fast unmöglich ist, das Produkt zweier sehr grossen Primzahlen wieder zu faktorisieren. Auch der Diffie-Hellman-Schlüsseltausch ist in gewisser Weise ein asymmetrisches Verfahren, da ja Alice und Bob einen öffentlichen Schlüssel austauschen (g,p) und jeder seinen eigenen privaten Schlüssel für sich behält (A,B). Hier geht es jedoch nicht um die Verschlüsselung, sondern um die Erzeugung eines Schlüssels.

Die Asymmetrische Kryptographie ist oft sehr rechenintensiv und daher nicht geeignet, um grosse Datenmengen zu verschlüsseln. Mit ihr kann man aber beispielsweise sicher ein Passwort für ein symmetrisches Verfahren übermitteln (statt Diffie-Hellman) oder sich auch gegenüber von Drittpersonen authentifizieren.

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