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Gesellschaft und Datenschutz

offene Fragen
  • Was sind unsere persönlichen Daten?
  • Warum gibt es Leute, die sagen: „Es kostet nichts, aber wir bezahlen mit Daten“.
  • Warum macht eine Versicherung Werbung wie „12345 ist mein Lieblingspasswort“?
  • Wer sollte welche unserer persönlichen Informationen (Daten) sehen und wer sollte eher nicht?
  • Sollte man die Ferienfotos auf jeden Fall jederzeit auf Insta oder anderen sozialen Medien veröffentlichen? Und mit wem genau werden diese Fotos geteilt? Was könnten Konsequenzen sein?

Viele offene Fragen zu diesem Thema sollen in dieser Lerneinheit erarbeitet werden und es sollte vor allem auch eine Sensibilisierung zu diesem Thema stattfinden.

Was ist Datenschutz und welche Daten werden überhaupt dadurch geschützt?

Der Begriff Datenschutz ist in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts entstanden und wird als Schutz der Privatsphäre bei der Datenverarbeitung und als Schutz des Rechts auf informationelle Selbstbestimmung definiert.

Datenschutz(data privacy) beschreibt den Schutz personenbezogener Daten vor Missbrauch. Es stehen aber nicht die Daten im Vordergrund, sondern die Personen, deren Daten verarbeitet werden. Diese Person hat das Recht auf Informationelle Selbstbestimmung. Dabei kann man bei der informationellen Selbstbestimmung von drei Ebenen ausgehen:

  1. Einwilligung: Bestimmen, wer, was, wann und bei welcher Gelegenheit über einen weiss.
  2. Transparenz: Wissen, wer was wann bei welcher Gelegenheit über einen weiss.
  3. Gewaltenteilung: Pflicht zur informationellen Gewaltenteilung heisst, die gespeicherten Daten dürfen im Grundsatz nicht an andere Stellen übermittelt werden.

Die informationelle Selbstbestimmung bedeutet, dass jeder Mensch frei für sich entscheiden kann, welche seiner Personendaten wem zugänglich sein sollen und zu welchem Zweck sie verwendet werden dürfen.

Unter Personendaten verstehen wir alle Informationen, welche einer Person zugeordnet werden können, beispielsweise:

  • Adressdaten
  • Alter
  • Persönliche Interessen und Neigungen
  • Standortdaten, welche ein Handy via GPS aufzeichnet
  • Eigenes Bild (z.B. Profilfoto)

Ein zusammenfassendes Video, zwar aus Deutschland, aber vieles davon auch in der Schweiz richtig, finden Sie unter:

Aufgabe 1: Fahren ohne Fahrausweis

Ein Fall für die Datenschützer?

Herrn A. aus V. wird wegen zu schnellen Fahrens sein Führerausweis entzogen. Trotz dieses Entzugs setzt sich Herr A. in sein Auto und fährt los. Das Nummernschild seines Wagens wird zweimal von einer Kamera (automatischen Fahrzeugfahndung und Verkehrsüberwachung) erfasst und der Lenker wird angeklagt, ohne Fahrausweis gefahren zu sein, obwohl er keine anderen Verkehrsregeln verletzt hat.
Diskutieren Sie zu zweit, ob hier der Lenker überhaupt verurteilt werden kann oder nicht, dabei soll nicht der Führerausweisentzug, sondern die automatische Fahrzeugfahndung im Zentrum stehen.
Lösung

Aufgabe 2, persönliche Daten, oder nicht? 
Bearbeiten Sie das kurze Learningapp.

Warum ist der Schutz der Daten überhaupt nötig und so wichtig?

Datenschutz bedeutet, dass die Privatsphäre der Menschen, deren Daten von Behörden, Unternehmen oder Privaten bearbeitet werden, geschützt wird. Datenschutz wird in der zunehmend digitalen und vernetzten Informationsgesellschaft immer wichtiger. Er soll das unkontrollierte Sammeln und den Missbrauch von Daten verhindern und der Tendenz zum «gläsernen Menschen», der Entstehung von Datenmonopolen von Privatunternehmen sowie dem Ausufern staatlicher Überwachungsmassnahmen entgegenwirken.(Quelle EDÖB siehe unten)

Aufgabe Daten in der Zukunft 3

Video
Auftrag: Schauen Sie dieses kurze Video und diskutieren Sie zu zweit darüber. Formulieren Sie anschliessend auf OneNote eine Prognose, wie viel Einfluss Socialmedia und das Nutzen des Webs (und vielen anderen damit verbundenen Smart-Apps) auf unser Leben wirklich haben könnte.

Wie viele Daten?

Der Begriff Datenschutz mag eher trocken und unpersönlich klingen. Es geht dabei um den Schutz unserer Persönlichkeit und unserer Grundrechte. Bedenken wir, dass nicht alle Informationen über uns und unser Leben für jedermann zugänglich sein sollten, und privat bleiben sollten.

Alle Daten, die etwas mit uns zu tun haben, sind «personenbezogene Daten» oder «Personendaten». Diese Daten verraten viel über uns und sind kostbar. Für Unternehmen bedeuten sie bares Geld, und sie können von anderen missbraucht werden. Deshalb müssen wir sehr sorgfältig, d.h. sparsam und gut überlegt, mit unseren persönlichen Daten umgehen. Wir müssen uns des Werts unserer Daten bewusst sein.

Schützen wir unsere Daten, heisst das Privatsphäre, Anonymität und mehr Sicherheit für uns.

Aufgabe 4 Gedankenexperiment:
Inwieweit ist es als Schüler bzw. Schülerin eines Kollegiums möglich, Daten nicht preiszugeben - (Schule, Chats, Insta, Mensa-Treuekarte…sonstige)? Wie viele Daten müssen wir preisgeben? An wen muss man diese Daten wozu weitergeben? Geben Sie wirklich nur so viele Daten weiter, wie nötig? Wie weit geht ihre Entscheidung zum Schützen Ihrer Daten?

Die heutige Technik ermöglicht ein beinahe unbeschränktes Erfassen, Zusammenführen, und Verfügen über Informationen. Dementsprechend ist auch das Potenzial für Persönlichkeitsverletzungen angewachsen. Als Einzelperson ist man kaum mehr in der Lage zu kontrollieren, wer welche Daten über einen bearbeitet. Tagtäglich geben wir Daten von uns, freiwillig oder unfreiwillig, an Drittpersonen weiter, oft ohne zu wissen, wozu sie genau verwendet werden oder wo und wie lange sie gespeichert werden.

So können Unternehmen heute beispielsweise in Erfahrung bringen, ob ein Kunde ein guter oder schlechter Zahler ist, welche Bücher er liest oder welche Musik er hört, ohne dass die betroffenen Personen sich dessen bewusst sind. Wenn Informationen über Menschen gesammelt und bearbeitet werden, ist deren Persönlichkeit davon betroffen. Unter Umständen kann eine Person kann ein Leben lang mit einem Makel behaftet bleiben, wenn Daten mit negativen Angaben über sie auf unbestimmte Zeit aufbewahrt und immer wieder benutzt werden. Deshalb sind Personendaten ein schützenswertes Gut.

Durch den Datenschutz werden Leitplanken für die Bearbeitung von Personendaten gesetzt, um zu garantieren, dass die Entfaltung der Persönlichkeit nicht durch unerwünschte Datenbearbeitungen beeinträchtigt wird. Jedermann soll, soweit die Rechtsordnung nichts anderes vorsieht, selbst über die Preisgabe und Verwendung seiner persönlichen Daten bestimmen. Neben den drei Ebenen der informationellen Selbstbestimmung können jederzeit vom Inhaber einer Datensammlung die Herausgabe unserer persönlichen Daten verlangen, diese korrigieren oder löschen lassen.

Datenschutz wird immer wichtiger, je mehr die Digitalisierung voranschreitet

Die moderne, digitale Informationstechnologie ermöglicht es, in Sekundenschnelle eine enorme Menge von Personendaten zu erfassen und miteinander zu verbinden.

Oft hält das Sicherheitsbewusstsein der Datenbearbeiter nicht mit den technischen Neuerungen Schritt. Zudem sind die meisten Menschen – seien es die Bearbeiter von Daten, seien es die Personen, deren Daten bearbeitet werden – noch nicht genügend für Fragen des Persönlichkeitsschutzes sensibilisiert. Viele Menschen gehen sehr leichtfertig mit ihren persönlichen Daten um. Wettbewerbe, Apps mit der Aufforderung zum Einschalten der Standortfunktion oder anderen Angaben zur Person machen es nur allzu leicht, Daten gedankenlos preiszugeben. Um wenn immer möglich ein Datenverlust oder im schlimmsten Fall einen Identitätsdiebstahl zu vermeiden, braucht es den Datenschutz.

Auch zur Ausübung von Freiheitsrechten wie Meinungsäusserungsfreiheit, Glaubensfreiheit und Versammlungsfreiheit ist der Datenschutz Voraussetzung.

Aufgaben 5, Meinungsfreiheit und Datenschutz:

  1. Würden Sie Ihre Meinung noch frei äussern, wenn Sie befürchten müssten, abgehört zu werden? Wie würden Sie stimmen und wählen, wenn Sie dies öffentlich und unter Namensnennung tun müssten? Diskutieren Sie!
  2. Informieren Sie sich, wie diese Fragen eine Person aus China diese Fragen beantworten würde. Hier ein Link.

Diskutieren Sie!

Aufgabe 5 - Autos und Daten Schauen Sie den folgenden Film und überlegen Sie sich 3 wichtige „Regeln“, die in Zukunft beachtet werden sollten. Autos und Datenschutz, dies sind die ersten 9 Minuten dieses Nano-Beitrags.

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  • gf1/datenschutz1.1710787825.txt.gz
  • Zuletzt geändert: 2024/03/18 19:50
  • von marroc